Studie zum Glücksspiel in Deutschland

Das Glücksspiel ist bereits seit so vielen Jahren beliebt und nimmt immer weitere Formen an. Von der Lotterie über Sportwetten bis hin zu Spielbanken ist alles vertreten und wird von den Leuten gerne beansprucht. Doch nicht nur vor Ort, sondern auch über das Internet wird das Glücksspiel angeboten. Mittlerweile gibt es eine Studie zum Thema Glücksspiel, in der die ganze Sache aus volkswirtschaftlicher Sicht von Handelsblatt Research Institute betrachtet wird. Erstellt wurde die Studie für Westlotto Löwen Entertainment GmbH im März 2017. Es ist also eine sehr aktuelle Studie, in der alles Wichtige beleuchtet wird.
Infografik: Glücksspiel findet zunehmend im Netz statt | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Allgemeines zum Glücksspiel

Der Glücksspielmarkt ist so groß und wächst immer weiter. In deisem Bereich sind rund 198.000 Menschen beschäftigt. Und auch die Steuereinnahmen von über fünf Milliarden belegen, dass diese Branche doch enorm boomt. Unterschieden werden muss zwischen dem regulierten und unregulierten Glücksspielmarkt in Deutschland. Ungefähr 35 Milliarden Euro werden jährlich auf dem regulierten Glücksspielmarkt, sprich in Spielbanken, Geldgewinnspielgeräte, Lotterieannahmestellen und Wettbüros umgesetzt.

 

Bei dem regulierten Glücksspielmarkt handelt es sich um alle legalen Angebote innerhalb Deutschlands auf diesem Gebiet. Der nicht regulierte Markt wird von Anbietern bestimmt, die im Prinzip über keine deutsche Glücksspielerlaubnis verfügen. Sie verfügen stattdessen über eine Lizenz in anderen Ländern der EU. Solche Anbieter, wozu auch Online Casinos zählen, bewegen sich in einer Grauzone und bieten das Glücksspiel im Prinzip illegal an, werden jedoch geduldet. Rund zwei Milliarden Bruttospielerträge werden in dem nicht regulierten Sektore erwirtschaftet. Es gibt jedoch auch einige Online Casinos, die über eine deutsche Lizenz verfügen und somit auf der sicheren Seite sind.

Infos zum Bericht

In dem Bericht wird auch erläutert, dass der volkswirtschaftliche Aspekt des Glücksspiels eher weniger beleuchtet wird. Stattdessen dreht sich in vielen Diskussionen alles rund um Sucht, Betrug und illegales Glücksspiel. Doch es ist auch wichtig, die wirtschaftliche Bedeutung auszuwerten. Bei der Auswertung wurden ökonomische Kennzahlen dargestellt. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Umsatz
  • Betriebsanzahl
  • Mitarbeiter
  • Bruttospielerträge

Auch indirekte ökonomische Effekte wurden mit herangezogen. Durch die Analyse sollte ein guter Beitrag rund um die Glücksspielbranche geschaffen werden.

Spielbanken genauer beleuchtet

In dem Bericht wurden alle Bereiche des Glücksspiels genau beleuchtet. Den Bereich Spielbanken haben wir aufgegriffen. Der regulierte Markt besteht aus Spielbanken mit einer gültigen staatlichen Konzession. Dort werden verschiedene Spiele den Spielern zur Verfügung gestellt. Hierzu zählen:

BlackJack, Baccarat und Poker sowie Roulette gehören hier prinzipiell dazu. Auch Geldgewinnspielautomaten sind in den Spielbanken normalerweise vertreten. Die Spielbanken vor Ort sind teilweise in staatlicher Hand. Einige Spielbanken werden auch privat betrieben. In der Studie wurden Spielerträge von rund 557 Millionen Euro aufgelistet. Auch wurde erwähnt, dass rund 1,7 Prozent der Bevölkerung am Glücksspiel im Spielbanken teilnimmt. 89 Millionen Steuern entstehen. Und die Umsätze liegen bei rund 5,65 Milliarden Euro. Das sind schon schwindelerregend hohe Beträge. Gemeinnützige Zwecke werden mit 200 Millionen Euro betitelt. In den rund 67 Vertriebsstellen gibt es ungefähr 5.000 Arbeitsplätze. Man kann also sagen, dass das Glücksspiel in Spielbanken ein wichtiger Sektor ist. Bei Geldgewinnspielgeräten ist es so, dass an diesen Gerätschaften sogar zwischen 2,6 und 6 Prozent der Bevölkerung spielt. Da kommen laut der Studie 20,52 Milliarden Umsätze jährlich zusammen. 1,3 Milliarden Steuern wären das. Und die Bruttospielerträge liegen bei 5,3 Milliarden Euro.

Regulierter und nicht-regulierter Markt

Das Glücksspiel ist in Deutschland und vielen anderen Ländern wird staatlich reguliert. Mittlerweile ist es so, dass alle 16 Bundesländer über gemeinsame Grundlagen diesbezüglich verfügen. Seit 2012 ist ein entsprechendes Grundlage in Kraft. Jedoch ist es auch so, dass in den letzten Jahren immer wieder aufgrund der Ausgestaltung des entsprechenden Grundlagen juristische Streitigkeiten entstanden. Daher hat sich auch ein nicht-regulierter Glücksspielmarkt entwickelt. Reguliert sind beispielsweise Spielbanken vor Ort und legale Geldgewinnspielgeräte in gastronomischen Einrichtungen und Spielhallen. Zum nicht regulierten Markt zählen beispielsweise:

  • Online Casinos
  • Online Poker
  • private Sportwetten

Die nicht-regulierten Angebote verfügen über keine deutsche Glücksspiellizenz. Dafür verfügen Sie über eine Lizenz anderer EU-Mitgliedsstaaten und Länder. Im Prinzip können diese Angebote als illegal angesehen werden. Doch die meisten Angebote werden in Deutschland gedulden und sogar beworben. Zu beachten sind da die regulatorischen Auflagen, die zu den Auflagen der deutschen Behörden abweichen. Es sollten laut den GlüStV aus dem Jahr 2012 insgesamt 20 Konzessionen an Sportwettanbieter privater Natur geben. Doch aufgrund ständigen Auseinandersetzungen hat es bis jetzt nicht geklappt.

Viele Anbieter bewegen sich somit in einer Grauzone, können aber aufgrund der unklaren rechtlichen Situation weiterhin operieren, da sie juristisch nicht verfolgt werden. Eine Konzessionierung von Online-Casinospielen soll es jedoch in Deutschland nicht geben. Es gibt auch einen saktionierten Schwarzmarkt für Glücksspielangebote innerhalb Deutschlands. Bei solchen Angeboten gibt es keine deutsche Konzession und auch keine Konzession aus einer der EU-Mitgliedsstaaten. Somit wären solche Anbieter nach dem Rechtsverständnis illegal. Einige Oline Casinos verfügen über keine entsprechende Glücksspiellizenz. Doch auch in einigen gastronomischen Betrieben gibt es illegale Geräte. Denn da gibt es eine Höchstzahl an Spielautomaten, die zulässig sind. Manchmal findet man dort jedoch eine größere Anzahl an Automaten vor.

Rechtliche Situation sehr schwierig

Zwischen den EU-Mitgliedsstaaten gibt es keinen einheitlichen rechtlichen Rahmen, was das Glücksspiel betrifft. Da fehlen explizite Regelungen. Es gibt somit Regulierungen der ganzen Mitgliedsstaaten, die nebeneinander her bestehen. Eine EU-Dienstleistungsfreizügigkeit gibt es, unter der auch das Glücksspiel einzuordnen ist. Somit können die Glücksspiele nicht einfach so verweigert werden. Allerdings ist es möglich, diverse Angebote einzuschränken. Einige der EU-Staaten wählen die Einschränkung des Angebotes, was sich jedoch wieder als Konflikt zum integrieten Binnenmarkt herausstellt, wenn man den wachsenden Online-Markt betrachtet. Im Prinzip ist es wirklich ein sehr schwieriger Bereich. Irgendwie sind Online Casinos verboten, aber irgendwie auch nicht. Auch der Verfasser der Studie hat keine detaillierte juristische Diskussion des Glücksspielmarktes angezettelt.

Studie stellt interessante Quelle dar

Wer sich tiefergreifend mit der aktuellen Situation beschäftigen möchte, für den stellt die Studie eine sehr interessante und informative Studie dar. Es werden alle wichtigen Aspekte rund um Lotterien, Sportwetten, Geldgewinnspiele, Spielbanken und Online Casinos dargestellt. Es gibt auch einen Vergleich der Marktsituationen (tatsächlich und juristisch). Dabei kam heraus, dass es einen regulierten und nicht-regulierten Glücksspielanteil gibt. Der Vorteil des regulierten Marktes ist der, dass hohe Anforderungen an den Spielerschutz und die Spieldurchführung gestellt werden. Im nicht-regulierten Bereich liegen keine solchen hohen Anforderungen vor. Die Wettanbieter zahlen freiwillig Steuern auf Sportwetten und Lotterien, da die Strafzahlungen für Steuervergehen aus dem Glücksspiel viel höher ausfallen würden.

In dem GlüStV gibt es keine Grundlagen zum Vollzug des nicht-regulierten Angebots. Das Online-Glücksspiel kann allgemein nur schwer strafverfolgt werden. Eventuell könnten Finanzierungsströme blockiert werden. Es soll zu einer Neugestaltung des GlüStV kommen, wobei auch die Verfolgung der illegalen Online-Glücksspiele ein Thema darstellen soll. Möglich wäre auch eine EU-weite Regulierung für die Online Casinos. Die Nachfrage nach Online Casino Spielen ist auf jeden Fall sehr hoch. Mit 2,3 Milliarden Euro ist der Anteil des nicht-regulierten Marktes doch sehr hoch. Die Werte sind auch nur geschätzt und können durchaus höher ausfallen. Der Markt wird sicherlich auch weiter wachsen, da es doch viel Vorteile mit sich bringt.

 

Quelle: http://research.handelsblatt.com/assets/uploads/Gl%C3%BCcksspiel_Studie1_010417.pdf

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